Zu viele Köche

ein Karten-(Stich-)Spiel
Spieleranzahl: 2-4
Spieldauer: etwa 20 Minuten
Preis: ca. 8 Euro

Beschreibung:
Spielziel:
Alle Spieler „kochen“ in selbem Topf. Jeder Spieler versucht, möglichst viele Punkte in Form von „Stammgästen“ zu bekommen.

Spielverlauf:
Die Karten haben verschiedene Farben, diese repräsentieren verschiedene Zutaten (blau=Fisch, grün=Gemüse, braun=Hühnchen und rot=Peperoni). Die Werte gehen von 0 bis 5 (bei rot von 1-5), außerdem gibt es außer bei rot eine 10 und eine Überkoch-Karte. Diese Zutaten-Karten werden gemischt und jeweils 13 an jeden Spieler verteilt. Außerdem erhält jeder Spieler Stammgäste (=Punkte) als „Startkapital“.

Jeder Spieler hat zu Beginn dieselben fünf Menü-(Bestell)-Karten. Anhand seiner Karten wählt jeder verdeckt eine Menü-Karte aus: entweder Fischsuppe, Gemüsesuppe, Hühnersuppe oder eine der beiden „Spezial-Suppen“ Chili oder Fast-Food. Dann decken alle gleichzeitig ihre Menü-Karte auf und das eigentliche Stich-Spiel beginnt.

Je nach gewähltem Menü, verfolgt der Spieler nun ein bestimmtes Spiel-Ziel: beim „normalen“ Suppen-Menü (Fisch, Gemüse oder Huhn) gilt es, Stiche mit möglichst vielen Karten der entsprechenden Farbe einzusammeln, Peperonis zählen dabei Minus. Beim Chili-Menü zählen die Peperoni-Karten plus, die „0“ der anderen Farben Minus (0=Brühwürfel = macht Geschmack zunichte). Beim Fast-Food-Menü muss der Spieler  möglichst wenig Karten sammeln.

Das Spiel selbst ist einfach: jemand beginnt mit einer Farbe, es muss bedient werden, die Zahlen-Werte werden addiert. Ab einem Wert von 10 ist die „Suppe fertig“, das heißt der Spieler erhält den Stich. Die Überkoch-Karte setzt den Wert der Suppe wieder auf 0.
Kann man nicht bedienen, wirft man eine andere Farbe ab. Sobald auf diese Art eine Peperoni im Topf landet, ist die Bedienpflicht aufgehoben, nun kann von jedem Spieler jede Farbe geworfen werden.

Spielende und Wertung:
Wenn eine Spieler seine letzte Karte spielt, kündigt er dies an („letzte Karte“). Die Runde endet, sobald dieser Spieler wieder dran ist und eine Karte legen müsste.
Dann wird entsprechend der gewählten Menüs gewertet: bei Fisch, Gemüse- oder Hühnersuppe zählt der Spieler seine Karten entsprechender Farbe als Pluspunkte zusammen und zieht die Anzahl der Peperonikarten ab. Beim Chili-Menü zählen die roten Peperoni-Karten als Pluspunkt und die Karten mit dem Wert „0“ als Minuspunkt.
Beim Fast-Food-Menü erhält der Spieler 5 Punkte und muss für jede seiner gesammelten Karten einen Punkt abgeben.
Die Punkte werde in Form von „Stammkunden-Karten“ verteilt.

Danach beginnt eine neue Runde, die Zutaten werden gemischt und verteilt, wieder wählt jeder Spieler eine Menü-Karte verdeckt aus. Das Spiel endet nach 5 Runden, also wenn jeder Spieler jedes Menü einmal gekocht hat. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Stammkunden, also Punkten.

Bewertung und Tipps:
Thema und Grafik des Spiels sind etwas gewöhnungsbedürftig, auf den braunen Hühner-Karten erkennt man eher Kartoffeln als Hühnchen-Teile. Das Thema wirkt etwas aufgesetzt, der Spielmechanismus passt nur einigermaßen dazu.

Die Spielanleitung ist kurz und verständlich. Die Erläuterungen, warum die Regel so ist (Beispiel: befindet sich erstmal Peperoni im Topf, ist der Geschmack dahin und es nun ist egal, was man in die Suppe hineinwirft) wirken jedoch eher wie eine Begründung oder gar Rechtfertigung, warum ausgerechnet ein Koch-Thema für dieses Stich-Spiel gewählt wurde.

Die Spielidee selbst ist recht gut: jeder Spieler verfolgt ein anderes Ziel und muss somit immer überlegen, ob und wie er den anderen Minuspunkte zuschustert oder selbst den Stich mitnimmt.

Das ganze hängt aber stark von den eigenen Karten ab. Zu Beginn des Spiels kann man noch das Menü passend zu den Hand-Karten wählen. Gegen Ende muss man einfach zwischen dem kleineren Übel wählen.

Bei aller Überlegung und Taktik bleibt das Spiel somit auch für erfahrene Stichspiele-Spieler ein nettes, kleines Spiel für zwischendurch.

Gerne würde man dem Mitspieler öfter Minuspunkte reinwerfen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.

Pech, wenn auch noch der Spieler, der neben einem sitzt, dieselbe Suppe kochen will. Dann wird es schwer, überhaupt den Stich zu bekommen, die beiden Spieler sind benachteiligt.
Dies lässt sich durch die In der Spielregel vorgeschlagenen Variante ändern: die Menü-Karten werden offen und nacheinander ausgewählt, wobei man nicht das Menü des Vorgängers wählen darf.

Eine andere Möglichkeit: die Menükarten bis zur Wertung geheimhalten. Dann kann man nur spekulieren, was der andere sammelt und bluffen, indem man zunächst z.B. braune Karten an sich nimmt, aber letztendlich doch grün sammelt.

Zusammenfassende Bewertung:
Das Thema des Spiels ist nicht ganz passend gewählt zum Spielmechanismus, die Grafik teilweise etwas irritierend. Die Aufbewahrung des Spiels in einer Metalldose hebt den Gesamteindruck.
Das Spiel selbst macht Spaß und bietet auch Variationsmöglichkeiten.

Fazit: Ein nettes, kleines Spiel für zwischendurch.

Rezension von: Anja

Vielen Dank an den Verlag Pegasus Spiele für das freundliche Zur-Verfügung-Stellen des Rezensions-Exemplars.