Internationale Spieletage 2019 in Essen

 

 

 

Vorausbericht zu den internationalen Spieletagen 2019 in Essen von Martin Ebel

Vom 24. – 27.10. finden wieder die internationalen Spieletage in Essen statt.
Ein „Muss“ für alle Liebhaber von Brett- und Kartenspielen.

Es ist der größte Spieletreffpunkt der Welt, bei dem Verlage und Spielbegeisterte direkt aufeinander treffen und große Spielflächen zum Ausprobieren und Kaufen animieren.

Über 1.200 Aussteller aus vielen Ländern der Erde mit ca 1.500 Neuerscheinungen und ihrem bisherigen Veröffentlichungen begrüßen 195.000 Besucher in den 4 Tagen. Trotz der großen Messehallen wird es spätestens am Samstag eng.

Froh jede Spielrunde, die dann einen Spieltisch mit einer Neuerscheinung ergattert hat. Zur Not wird auch auf dem Fußboden gespielt.
Auch wenn von den vielen Neuerscheinungen vielleicht 200 für den Vielspieler interessant sind, wird es nicht einfach den Überblick zu behalten.
Fundraising – Unternehmen und Kleinverlage bringen Spiele heraus, die in der Masse der Spiele der großen Verlage untergehen und entdeckt werden müssen. Wer keinen Standplan für die Aussteller bei sich hat, wird im Labyrinth der Gänge verloren gehen und froh über Tpps sein, wo gerade ein Event oder ein hochgelobte Neuerscheinung anzusehen und zu Spielen ist.

Auch der Kontakt zu bekannten Spielautoren ist dann möglich.
Gut, wenn man mit seinen Mitspielern einen Treffpunkt ausgemacht hat.
Ein Tag ist für dieses Mammut-Spielefest zu wenig. Erfahrene Messebesucher haben schon ein Jahr vorher Quartier reserviert, um dort die vier Tage zu erleben.


Aber auch ein Tag vermittelt einem spiel begeisterten Menschen die Vielfältigkeit und Ideenreichtum und Internationalität des Kulturguts Spiel, welches gerade bei dieser Veranstaltung die Menschen aus aller Welt am Spieltisch zusammenführt.

Nach jahrelangen Umbauten des älteren Messebereichs werden nun die Zugänge und Hallen im Osten der Messe wieder eröffnet: Die Besucher müssen sich wieder neu orientieren: Der neue Eingang Ost ist für Tages-Besucher reserviert; um so die langen Warteschlangen am Morgen vor den Eingängen zu verkleinern: Der „Educatator´s Day“ am Freitag, den 25.10.19 soll erstmals mit Fachvorträgen und Praxis-beispielen den bereich „Pädagogik und Spiel“ beleuchten.

Die Eintrittspreise sind dieses Jahr : 15,- für Tagesbesucher (8,- für Kinder) und Dauerkarten 37,- Erw. /21,- Ki./28,- Ermäßigung.
Auch vom Verein Kassel spielt werden wieder einige Mitglieder diese weltgrößte Spieleverbrauchermesse besuchen. Sicher werden dann wieder nach der Messe viele neue Spiele auf dem Spieltisch liegen und ausprobiert und bewertet werden.

Rückblick Frühlingsspieletage in Kassel

Frühlingsspieletage 2019

Vom Samstag den 06.04. bis zum Sonntag 07.04.2019 fanden in unseren Vereinsräumen die Frühlingsspieletage statt.

Hier hatten Interessierte die Gelegenheit, unseren Verein kennenzulernen. Für alle Mitglieder und Gäste bot sich die Möglichkeit, die neusten Spiele auszuprobieren.

Am Samstag fand das sehr gut besuchte Wizard Turnier statt. Wir hatten z.B. Gäste, die extra aus dem Eichsfeld angereist waren.

Außerdem gab es Kuchen und Waffeln, die das Spielerlebnis versüßten. Ein tolles Wochenende!

Aber auch wer nicht dabei war: die neuen Spiele stehen zum Testen bereit im Regal am Eingang. Einfach vorbeikommen zu unseren Spieletreffs!

1. Vorsitzende Anja Mann freut sich über die neuen Spiele zu den Frühlingsspieletagen  (im Arm hält sie zwei der zahlreichen Neuheiten)

Wizard Turnier Ergebnis 2019

Am Samstag den 06.04.2019 fand unser Wizard Turnier in unseren Vereinsräumen statt. Es haben sich 16 Teilnehmer angemeldet und es wurden 4 + 1 Finalrunde gespielt. Unsern Gewinnern Christian N. (1ter Platz) , Norbert L. (2ter Platz und Andreas H. (3ter Platz sagen wir Herzlichen Glückwunsch!

Gewinner Wizard 2019

Veranstaltungen 2019

Turniere 2019

  • Sonntag 24. Februar 2019 RegVor (im Stadtteiltreff Mombach)
  • Samstag 6. April Wizard Turnier
  • Sonntag 19. Mai 11.00 Uhr Siedler-Turnier
  • Sonntag 11. August, 14.00 Uhr IceCool Turnier
  • Samstag 7. September, Turnier (noch offen welches)
  • Sonntag 8. September, 14.30 Uhr Qwixx-Turnier
  • Sonntag 29. September, 11.00 Uhr, 2. Siedler-Turnier
  • Samstag und Sonntag 19. und 20. Oktober, PortRoyal-Turnier und Event

Sonderveranstaltungen 2019

  • Samstag und Sonntag 6. und 7. April Frühlingsspieletage (Tage der offenen Tür)
  • Samstag 13. April: Spielevorstellung des Monats „Spiele der 1990er Jahre“
  • Samstag 4. Mai 17.00 Uhr: Spielevorstellung des Monats: „Buchstabe, Wort und Spiel“
  • Samstag und Sonntag 7. Und 8. September Stadt Land spielt
  • Samstag 9. November Mega Civilisation 9.00 bis 0.00 Uhr
  • Sonntag 24. November Familienspieletag 2019

Kassel spielt besucht …

  • Samstag 9. Februar Pegasus-Verlag (vereinsinterner Ausflug)

Menara

Rezension von Martin Ebel          

4.7.2018

Menara
eine Tempelrekonstruktion im Dschungel Malaysias

ab 8 Jahren; 1 – 4 Spieler; bis 45 min.

Verlag: Zoch-Spiele; Autor: Oliver Richberg; Gestaltung : Sèbastien Caiveau

Schon beim Auspacken fallen mir die ausgefallenen Formen der Plattformen im Dschungeldesign auf. Die Holzsäulen wirken dagegen grazil und nüchtern. Wer sich an Villa Palletti erinnert fühlt, liegt nur zu 50% richtig.

Denn „Menara“ (malaiisch für „Turm“) ist ein kooperatives Spiel mit ganz anderen Siegbedingungen.
Fällt das entstehende Gebilde in sich zusammen, haben alle verloren; es sei denn, es bleiben noch genügend Plattform-Etagen für den Sieg bestehen. Gebaut wird nämlich ein Gebilde, daß auch aus mehreren Türmen bestehen kann, die sich gegenseitig stützen durch brückenartig verbaute Plattformen.
Ist das Bauwerk am Ende erstellt, ergibt sich ein fantastisches, scheinbar schwebendes Gebilde, daß bei unseren bisherigen Runden häufig fotografiert wurde, weil die Spieler stolz auf das fragile Bauwerk waren wie auf eine geschaffene Skulptur.

Vorbereitung:

18 kleinere und größere Plattformen werden zufällig als Stapel geschichtet. die obersten 3 Formen werden als Basis so aneinander gelegt, daß sich jedes Teil mit den 2 anderen berührt.

Jeder Spieler zieht aus dem Sack Säulen. Die Anzahl wird durch die Anzahl der Spieler und dem gemeinsam gewählten Schwierigkeitsgrad bestimmt. Außerdem werden in eine Halterung (das „Camp“) 6 Säulen gesetzt.

Dann wählen die Spieler noch gemeinsam den Schwierigkeitsgrad für den Turmbau aus (3; 4; oder 5 Etagen mind.) und legen entsprechend viele Etagenkarten aus.

3 ( auf der Rückseite farblich gekennzeichnete) Bauplankartenstapel werden verdeckt ausgelegt. Sie stellen drei Schwierigkeitsgrade dar.

Wie gespielt wird:

Der folgende Spielablauf ist in 4 Schritten für den jeweiligen Spieler klar gegliedert:

1.   Säulen können mit dem Vorrat im Camp getauscht werden.
2.   Die oberste Karte von einem der 3 Bauplan-Kartenstapel wird aufgedeckt.
3.   Die Bauplan-Anweisung wird ausgeführt.
4.   Der eigene Säulenvorrat wird durch Nachziehen aufgefüllt.

–  Was sich so einfach und klar anhört, beinhaltet aber viele versteckte Probleme, die von der Spielergruppe diskutiert werden sollte, um nicht zu scheitern.

Nimmt man z.B. nur die leichten Bauplan-Aufgaben, kann man später nur noch die schwereren ausführen. Denn die Endbedingung des Spiels heißt nicht nur Erreichen der der vorgegebenen Plattform-Etagenhöhe, sondern auch, daß entweder alle Bauplankarten benutzt wurden oder alle Plattformen verbaut oder keine Säulen mehr aus dem Sack gezogen werden können.

–  Wenn dabei jemand auf die Idee kommt, mit einer Plattform die Basis zu vergrößern, erhöht er damit die vorgeschriebene Etagenhöhe um +1.

–  Kann eine Bauplankarte nicht ausgeführt werden, erhöht sie als ausgelegte Etagenkarte die Etagenvorgabe.

Die ursprüngliche Etagenvorgabe kann also während des Spiels noch erheblich wachsen.

–  Glaubt ein Spieler, eine von den schwierigen Bauplankarten erfüllen zu können und so viele seiner Säulen auf den vorgeschriebenen Plätzen auf den Plattformen unterbringen zu können, so sollte er nicht außer Acht lassen, daß auch der nachfolgende Spieler eine Chance haben muss, seine Bauplankarte erfüllen zu können. Sonst steigt die Anzahl der Soll-Etagenhöhe und damit die Gefahr des Einsturzes.
Auf manchen Plattformen sind die Markierungen für die Säulen so gesetzt, daß man beim Erhalt des Gleichgewichtes 2 Säulen der richtigen Farbe gleichzeitig setzen muss.

–  In der leichten Bauplan Kategorie ist das Setzen von 1 und 2 Säulen am häufigsten zu finden. In der mittleren Kategorie sind 3 Säulen am häufigsten und es kommen Sonderkarten vor  ( z.B. eine Plattform vollständig mit Säulen füllen; oder Säulen von der Basis nach oben setzen). In der schwersten Kategorie könne 4 Säulen gesetzt werden und es kommen zahlreiche schwierige Sonderaufgaben dazu.
Wer da nicht die Möglichkeiten seiner Mitspieler und die Farben derer Säulen im Auge hat, sorgt schnell für das kollektive Scheitern.

Ohne daß es in der Spielregel erwähnt wird, muss auch die individuelle Geschicklichkeit des einzelnen Spielers mit ins Kalkül gezogen werden.

Fazit:

Auch wer „Villa Paletti“ schon kennt, sollte unbedingt „Menara“ spielen. Es ist ein eigenständiges Spielprinzip mit einem gänzlich anderen Spielgefühl. Ist es bei „Villa Paletti“ die Schadenfreude, wenn der Turm zusammenfällt, ist es bei Menara das Herausfinden der optimalen Arbeitsweise, die am guten Ende im Stolz der Gruppe gipfelt, solch ein schönes Gebilde geschaffen zu haben. Das wiegt die Tatsache, daß es keinen Einzelsieger gibt, voll auf! Übrigens ist dieses Spiel sehr gut als Solospiel zu spielen. Dann muß man sich aber das Scheitern auch selbst zuschreiben.