Dixit

Ein Spiel um poetische Bildsymbolik
und kreative Begriffsgestaltung

Verlag:    Asmodee    seit: Frühjahr 2009
Für Alter: ab 10
Anzahl Spieler: 3 – 6
Preis: 28,- €
Beschreibung:
Das Spiel besteht hauptsächlich aus 88 Karten mit phantasievollen, träumerischen Bildwelten.
Die große Schachtel, die eher ein großes Brettspiel erwarten lässt, enthält sehr viel Luft, 88 Karten, 6 Häschen als Punkteanzeiger und für jeden Spieler Plättchen mit den Zahlen 1 – 6, mit denen im Spielverlauf Entscheidungen markiert werden. Die Einlage im Karton erhält ihre Daseinsberechtigung dadurch, daß auf Ihr die Siegpunktscala abgedruckt ist. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich im Regelheft dargestellt.
Spielekritik:
Daß das Spiel schon den Preis As´de Or beim Spielefest in Cannes errang und in die Bestenliste der Jury „Spiel des Jahres“2009 aufgenommen wurde, zeigt, daß in dem Spiel mehr steckt als nur ein schlichtes Kartenspiel.
Zunächst sind die Bildmotive auf den Karten hervorzuheben, die in einheitlichem, sehr verträumten Malstil vieldeutige Situationen beschwören. Eine Nähe zu Tarot – Karten ist zu ahnen.
Der Spielablauf ist schnell erklärt. Jeder Spieler erhält 5 Karten vom gemischten Stapel auf die Hand und zieht am Ende einer Runde wieder ein Karte nach. Jeder Spieler erhält eine Spielfigur, die er auf den Ausgangspunkt der Wertungsleiste setzt. Reihum übernimmt ein Spieler in der Runde die Rolle des „Wissenden“. Er wählt eine Karte aus der Hand aus und denkt sich dazu ein Wort, einen Spruch, eine Redewendung, ein Geräusch oder ein Lied aus. Dieses trägt er vor und legt seine Karte verdeckt auf den Tisch. Wichtig ist bei der Assoziation zu seinem Bild, daß es nicht eindeutig ist, denn er würde keine Punkte bekommen, wenn alle sein Bild erraten könnten.
Danach wählen die Mitspieler ebenfalls geheim eine ihrer Karten, von denen sie glauben, daß sie der Aussage des Wissenden am nächsten kommt, denn auch sie erhalten Siegpunkte, wenn sich jemand für ihre Bildkarte entschieden hat. Liegen alle gewählten Karten verdeckt auf dem Tisch, werden sie gemischt und vom „wissenden“ Spieler in einer Reihe ausgelegt. Damit hat jede Karte von rechts nach links ihren Zahlenplatz 1 – 6 (bei 6 Spielern). Nachdem sich die Spieler die Auslage angeschaut haben, entscheiden sie sich geheim für das Bild, von dem sie glauben, daß es das Spiel des „Wissenden“ ist. Sie legen das entsprechende Zahlenplättchen verdeckt ab. Nachdem alle Zahlenplättchen verdeckt auf dem Tisch liegen, dreht der „Wissende“ sie um und legt sie unter die Bildkarten.
Es erhöht die Spannung, wenn die Spieler erstmal begründen, weshalb sie sich für dieses oder gegen jenes Bild entschieden haben.
Danach gibt der Wissende die Lösung an.
Punktewertung. Der Wissende erhält für jeden Spieler, der sich für sein Bild entschieden hat 3 Punkte. Auch die Spieler, die sich richtig entschieden haben, erhalten jeweils drei Punkte.  Haben sich jedoch alle Spieler für das richtige Bild entschieden, erhält der „Wissende“ keine Punkte, aber jeder Mitspieler 2 Punkte. Außerdem erhält jeder Spieler, unter dessen Bild ein anderer Spieler irrtümlich sein Zahlenplättchen gelegt hat, ebenfalls einen Punkt pro gelegtem Plättchen.
Dieses Dilemma, möglichst viele Spieler unter seinem Bild zu versammeln, aber nicht alle, führt zu amüsanten Wort- und Spruch- Kreationen, die die Assoziationsfähigkeit der Mitspieler auf eine harte Probe stellt.
Auch ein starkes Zufallselement spielt eine Rolle, denn trotz guter Beschreibung kann es immer wieder passieren, daß ein anderer Spieler eine noch passendere Karte ausspielen konnte, so daß der Wissende leer ausgeht.
Fazit:
Ein sehr schönes kommunikatives Gruppenspiel, daß auch mit noch mehr Spielern spielbar ist, wenn nicht die Beschränkung des Spielmaterials wäre.
Für diejenigen, die Freude an kommunikativen Spielen haben, noch eine Liste mit weiteren Spielen dieser Art:
„Flash“ (Ravensburg), „Wie ich die Welt sehe“, „ein solches Ding“, „anno domini“ (Fata Morgana), „Kaleidos“ (EG-Spiele); „sags mit Symbolen“ (Amigo); „Tabu“ (Parker)

 

Martin Ebel, Rezension  vom  10.09.2009