Familienspieletag 2011 – Rückblick

Über 500 Besucher – Schätzungen liegen bis zu 700 – kamen am letzten Sonntag zu unserem Familienspieletag in den Bürgersaal des Kasseler Rathauses.

Dieses Mal waren neben der HNA auch das HR-Fernsehen da: wie waren gleich Sonntagabend in der Hessenschau:

hier geht’s zum Beitrag (bei Minute 10.10 ist der kurze Beitrag).

Der Renner waren neben „Qwirkle“ das Kennerspiel des Jahres „7 Wonders“ sowie die Dauerbrenner Jakkolo (Geschicklichkeitsspiel) und die Vorführungen z.B. zu Go und Poker.

Auch die Kinderspiele – insbesondere „Da ist der Wurm drin“ (Kinderspiel des Jahres) – wurden eifrig getestet. Beliebt waren auch „Monsterfalle“ und „Looping Louie“.

Wie immer war für alle etwas dabei … wir freuen uns auf’s nächste Jahr!

Toledo

Verlag:
Kosmos
Autor:
Martin Wallace
Spieler:
2 bis 4
Spielzeit:
45 bis 60 Minuten
Kurzbeschreibung: Um die Wette Schwerter schmieden im mittelalterlichen Toledo. Nur wer so schnell wie möglich in den Alcazar gelangt, um seine Schwerter zu präsentieren, kann gewinnen.

Spielablauf: Im Prinzip besteht das Spiel aus zwei Phasen. in der ersten Phase legen die Spieler ihre Geschäfte aus. Dort können später Edelsteine, Metall, Fechtkünste oder eben die kostbaren Schwerter erworben werden. Landet man später auf dem Feld eines anderen Spielers, muss man für die jeweiligen Dienste bezahlen, auf dem eigenen Feld kostet es nichts.
In der zweiten Phase beginnt das eigentliche Spiel. Die Spieler müssen zunächst Edelsteine und Metall sammeln, um später Schwerter schmieden zu können. Vorwärtskommen kann man dabei mit Hilfe von Geldkarten. Diese reichen von 1 bis 6, mehrere Schritte hintereinander kann man jedoch nur machen, wenn man gleiche Karten hat.
Abhilfe schafft ein Bewegungsplättchen, welches man beim Fechtmeister erwerben kann. dadurch kann man einmal in seinem Zug eine andere Geldkarte spielen. Allerdings hat dieses Plättchen seinen Preis – es kostet am Ende zwei Punkte.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler drei Figuren im Alcazar hat. Dabei ist es egal, ob er 3 Schwerter mitgebracht hat, oder zwei Figuren mit leeren Händen zum Regenten schickt. Auch durch Schnelligkeit kann man so die Mitspieler ausstechen und im Aufbau hemmen. Denn am Ende zählen nur die Punkte, die auch im Alcazar angekommen sind.

Fazit: Toldeo ist ein kurzweiliges Spiel, schnell zu erlernen und auch für Familien mit Kindern gut geeignet. Es ist jedoch nur ein Aufbauspiel, wenn die Mitspieler es erlauben. Zudem kommt durch die Geldkarten und das Auslegen am Anfang ein großer Glücksaspekt hinzu.

Siam

Verlag:
Ferti Games
Autor:
Didier Dhorbait
Spieler:
2 Personen
Spielzeit:
30 Minuten
Kurzbeschreibung: Kampf der Giganten – Nashörner und Elefanten kämpfen um die Vorherrschaft.

Spielablauf: In der Mitte des quadratischen Spielplans stehen drei Berge, um die sich der Kampf dreht. Durch geschicktes Schieben versuchen die Spieler einen der Berge selbst vom Brett zu schieben, um so das Spiel zu gewinnen. Man kann dabei immer nur in die Richtung schieben, in die das eigene Tier blickt.
Dabei kann die Situation entstehen, dass hinter dem Berg, den man gerade verschieben möchte, der Gegner steht. So kann ein Patt entstehen, da keiner mehr seine Tiere bewegen kann. Auflösen kann man die Situation, indem man die eigene Mannschaft hinter einem umkämpften Berg verstärkt.
So entsteht ein Hin und her und man lauert stets auf einen Fehler des Gegners.

Fazit: Trotz des einfachen Spielaufbaus und der wenigen Regeln, entwickelt das Spiel eine ungeahnte Tiefe. Stärke allein reicht eben nicht aus, man muss auch gut taktieren können.

Zug um Zug – Das Kartenspiel

Verlag:
Days of Wonder
Autor:
Allan R. Moon
Spieler:
2-4
Spielzeit:
ca. 60 Minuten

Wer das Brettspiel „Zug um Zug“ – Spiel des Jahres 2004 – kennt, sollte trotzdem weiterlesen, denn bei dem bei der Nürnberger Messe 2008 vorgestelltem Kartenspiel haben sich einige Regeln geändert, da es kein Spielbrett mehr gibt.Es ist ein kleines, handliches Kartenspiel daraus geworden, das man gut auf Reisen oder zu Besuch mitnehmen kann.
Ehe ich es bewerte, hier eine kurze Spielbeschreibung:
Es gibt drei verschiedene Kartentypen:

  • 96 Karten mit 8 Waggontypen mit jeweils einem anderen Farb – Hintergrund und Symbol. Außerdem gibt es reichlich Jokerkarten, als Lokomotiven dargestellt.<!–[endif]–>
  • 46 Zielkarten, deren Erfüllung am Ende Siegpunkte bringen, wozu der Spieler Waggons in einer bestimmten Zusammensetzung auf die Reise geschickt haben muss<!–[endif]–>
  • 6 Bonuskarten „Hauptstädte, die zum Schluß an den gehen, der die meisten Zielkarten mit der jeweiligen Hauptstadt erfüllt hat.

Die Spielvorbereitung:
Jeder Spieler erhält 7 Waggonkarten, wobei mind. eine Jokerkarte dabei sein muss. Außerdem erhält er 6 Auftragskarten, von denen er auch welche zurücklegen darf. Als Anfänger sollte man erstmal alle Karten behalten.
Spielverlauf:
Phase I: Von jeder Kartenfarbe der Waggons, die man in einer vorigen Runde offen vor sich ausgelegt hat, wird je 1 Karte auf einen eigenen „Reise“ – Stapel verdeckt abgelegt. Dieser Stapel darf während des Spiels nicht mehr angesehen werden. Mit diesem Stapel wird am Schluss bewiesen, daß die eigenen Zielkarten erfüllt wurden.
Phase II: Der Spieler hat in dieser Phase 3 Möglichkeiten zur Auswahl:
a)    Er legt drei Waggon – Karten in drei Farben offen vor sich aus.
Diese Auslage heißt „Verschiebebahnhof“.
Oder er legt mindestens 2 einer Farbe aus. Hier können auch Joker
angelegt werden.
b)    Der Spieler zieht vom Nachziehstapel oder von 5 offen
ausliegenden Waggonkarten 2 Karten und nimmt sie auf die Hand.
Nimmt er einen offen ausliegenden Joker, darf er keine 2. Karte
nehmen.
c)    Der Spieler zieht 4 auftragskarten nach und wählt sich bis zu vier
neue Ziel – Karten aus.
So verläuft das Spiel runde für Runde, bis der Nachziehstapel verbraucht ist.
Jetzt werden die Aufträge aufgedeckt und mit dem persönlichen „Reise“kartenstapel verglichen. Nicht erfüllte Auftragskarten zählen Minus – Punkte.
Nun wäre dieses Spiel ein „nebeneinander-her-spielen“, wenn es nicht noch eine interaktive „Ärger“-Regel gäbe:
Wurde eine Waggonfarbe offen auf dem Tisch in den „Verschiebebahnhof“ gelegt, darf kein anderer Spieler diese Waggonfarbe auch auslegen.
Es sei denn, er legt in einer Farbe mehr Karten gleichzeitig aus. Dann wird die entsprechende Farbreihe des anderen Spielers aus dem Spiel genommen.
Diese kleine, wenn auch selten spielentscheidene, Gemeinheit gibt dem Spiel Würze.
Wesentlicher als Kartenglück ist die Merkfähigkeit, wieviel und welche Waggon – Karten man schon auf „Reise“ in den eigenen Stapel geschickt hat.
Bewertung:
Dieses Kartenspiel ist leicht zu lernen (nie vergessen, im Eifer des Spiels „Phase I durchzuführen). Jeder Spieler entwickelt meist ein eigenes System, wie er sich am besten merkt, welche Aufträge er schon erfüllt hat und ob er sich noch leisten kann, weitere Zielkarten aufzunehmen. So gehen 40 Minuten spannend dahin.
Sehr gut ist das Spiel zu Zweit oder zu Dritt zu spielen. Zu viert dauert es etwas länger, weil dann der Stapel 2 X durchgespielt wird. Allerdings gibt es eine Zwischenwertung, so daß man einen Überblick erhält, welche Aufträge noch zu erfüllen sind.

Martin Ebel

Blokus

Autor: Bernard Tavitian
Legespiel
2-4 Spieler
ca. 30 Minuten

Blokus? Was ist das denn für ein Spiel?
Wer auf Legespiele steht, sollte sich Blokus kaufen. Und wer Tetris kennt, kann sich auch ganz schnell vorstellen, wie das ganze aussieht: ein viereckiges Spielbrett 20×20 Kästchen, jeder hat Teile einer Farbe.
Teile? Ja, stellt Euch die Tetris-Teile vor. Die bestehen immer aus vier kleinen Kästchen. Und dann stellt Euch einfach noch zu diesen fünf Vierer-Teilen einen Einer, einen Zweier, zwei Dreier und ganz viele Fünfer (da gibt es natürlich mehr Kombinationen! 12 um genau zu sein) vor. Macht 21 Spielsteine.
Gut. Und nun?
Wer an der Reihe ist, darf ein beliebiges seiner Teile auf dem Spielplan platzieren: beginnend in einer Ecke muss das jeweils neue Teil angelegt werden, ohne dass es direkt an ein anderes eigener (also gleicher) Farbe angrenzt (Kästchen an Kästchen), aber es muss übereck (Spitze an Spitze) angrenzen. An fremde Steine kann man dagegen beliebig anlegen. Oder nicht. Dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn dran.
Ziel des Spiels: möglichst viele (alle?) seine Teile abzulegen. Leider werden die Räume schnell eng. Natürlich versucht jeder, sich eigene Legeoptionen offenzuhalten und Bereiche für den anderen abzuriegeln. Das ist gar nicht so einfach. Da der Platz (20mal20) schnell knapp wird und es jedes Teil (jede Form) nur einmal gibt, ist man schnell eingemauert, wenn man nicht aufpasst!
Gelegt wird solange, bis niemand mehr legen kann.
Wer am Schluss die wenigsten Teile übrig hat, hat gewonnen. Jedes kleine Quadrat der eigenen Teile (also bei einem klassischen Vierer-Tetris-Teil eben vier Quadrate) zählt einen (Minus)-Punkt. Wer am Ende am wenigsten Punkte hat, gewinnt. Als letztes den Einer legen gibt einen Sonderpunkt.

Zusammenfassende Bewertung:
Ein schnell zu begreifendes, gutes Legespiel, das ganz ohne besondere Aufmachung oder ein Thema auskommt. Die taktischen Möglichkeiten erschließen sich dem Spieler erst, wenn er schon mitten im ersten Spiel ist. Es ist ein einfaches, geniales Spiel, das man gespielt haben muss, um zu verstehen, dass es mehr ist, als bunte Tetris-ähnliche Teile.
Die kurze Erklärdauer (3 Minuten) und die Altersempfehlung (ab 8 Jahre) machen Blokus zu einem Spiel für die ganze Familie und auch ist etwas für Wenig- und Nichtspieler.
Durch die kurze Spieldauer hat Blokus zudem einen hohen „Gerne-Wieder“ und einen „Gleich-nochmal“-Faktor. Da hilft nur eins: spielen!!!
Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Blokus

Dominion

Autor: Donald Vaccarino
Hans im Glück Verlag / Rio Grande games
für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren Spielzeit zw. 30 min. – 1,5 Stunden
Preis: ca. 30 €
Zusammenfassung:
Um es gleich zu sagen: Dominion ist ein Kartenspiel, das nicht allzuviel Interaktion zwischen den Spielern bietet, aber es zieht seinen Reiz aus der der Spannung, Wahrscheinlichkeiten zu optimieren, dem sich die meisten Spieler nicht entziehen können.
Seit Oktober 2008 ist es auf dem Markt und hat seitdem einen der ersten Plätze auf der Beliebtheitsskala bei den Spielern errungen.

Material:
Dass in einer großen Spiele – Schachtel 500 Karten sind, sollte nicht erschrecken. Neben 3 Geldkartensorten und 3 Siegpunktkartensorten werden für jedes Spiel 10 von 25 Kartenstapeln ausgewählt. In jedem Stapel sind 10 gleiche Karten. So müssen eigentlich nur die Wirkungsweise von 10 Kartentypen für ein Spiel gelernt werden.
Spielablauf:
„Dominion“ beginnt ganz einfach. Jeder Spieler erhält sieben 1er Geldkarten und drei 1er Siegpunktkarten. Diese werden gemischt und verdeckt als Nachziehstapel rechts vom Spieler abgelegt. Von diesem Stapel zieht jeder Spieler 5 Karten und nimmt sie auf die Hand.
Jeder Spieler, wenn er an der Reihe ist, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
1. – Er kann eine Aktion mit einer Aktionskarte durchführen
2. – Er darf einen Kauf durchführen
Später werden sich die Möglichkeiten durch hinzu gekaufte Aktionskarten erweitern.
Wenn er an der Reihe ist, kann er Hand – Karten vor sich auslegen, um zu beweisen, daß er eine Karte von den Kartenstapeln auf dem Tisch an sich nehmen kann. Diese erworbene Karte legt er dann offen links von sich auf den sich jetzt bildenden Ablagestapel. Jede Karte hat einen Kostenwert, der auf der Karte links unten als Zahl zu erkennen ist. Da er am Anfang noch keine Aktionskarte auf der Hand haben kann, findet in den ersten zwei Runden immer nur ein Kauf statt.
Nach dem Kauf legt er die ausgelegten Handkarten und alle Karten, die er noch auf der Hand hat, ebenfalls auf den eigenen Ablagestapel.
Er zieht noch 5 Karten vom Nachziehstapel und damit endet seine Aktion.
Wenn der Nachziehstapel aufgebraucht wurde und weitere Karten gezogen werden müssen, wird der Ablagestapel gemischt und dient als neuer Nachziehstapel.
Durch die hinzu erworbenen Karten kann der Spieler frühestens ab der dritten Runde auch Aktionskarten ausspielen. Diese erlauben zusätzliche Aktionen oder Käufe oder Nachziehen von weiteren Karten oder Benachteiligungen der anderen Spieler. Da das Grundlimit der Kartenhand fünf Karten sind, sind höherwertige Karten wie z.B. die 3er Geldkarte sehr wichtig, weil sie statt 3 1er Karten nur einen Kartenplatz braucht.
Besonderes Augenmerk verdienen die grünen Siegpunkt – Karten. Während des Spiels sind sie nur Ballast und für nichts zu verwenden. Aber sie alleine zählen beim Spielende. Deshalb wird der Spieler erst im letzten Drittel des Spiels verstärkt Siegpunktkarten einkaufen. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt?
Spielende ist, wenn entweder der Stapel mit den 6er Siegpunkten aufgekauft ist oder insgesamt 3 Kartenstapel leer gekauft wurden.
Sieger ist, wer die meisten Siegpunkte in seinem Kartenstapel hat.
Bewertung:
Die wechselseitige Wirkung der Karten und das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt, bestimmte Aktionen durchzuführen, bestimmen die Spannung des Spiels. Stärker als die taktischen bestimmen strategische Überlegungen das Spiel: Wie gestaltete ich mein Kartendeck? Werde ich ein kleines Geldkartendeck anstreben oder ein umfangreiches, daß bei entsprechenden Aktionskarten mir zum Schluss zusätzliche Siegpunkte beschert.
Will ich mit vielen Aktionen und Käufen schneller die großen Siegpunktekarten ergattern oder will ich, wenn entsprechende Kartensets im Spiel sind, den Gegner schädigen und behindern.
Seit seinem Erscheinen des Spiels im Oktober 2008 gehört „Dominion“ zu den beliebtesten Spielen in der Spieleszene. Durch den überschaubaren Spiel-Einstieg ist es gut als Familienspiel geeignet  (ab 10 Jahren), wird aber vorrangig als Erwachsenenspiel genutzt werden. Der Variationsreichtum durch die vielen Kartensets sorgt für lang anhaltenden Spielespaß.

Spielerezension von: Martin Ebel

 

Links:

Hans im Glück Video zur Einführung 

Video der Spiele-Offensive

Ablageplan zur besseren Übersucht 

Pöppelkiste Dominion-Set-Generator

Spielevorstellung des Monats November

Spielevorstellung im November: Bridge

Wann? Sonntag, 6. November, 15 Uhr

Wo? Kassel spielt, An der Fuldabrücke 6

Einfach vorbeikommen, keine Anmeldung nötig.

Wir freuen uns, einen kompetenten Bridge-Kenner als Gast zu haben, der uns und allen Interessierten einen Einblick in den Spiele-Klassiker Bridge gibt.

Für alle, die Bridge immer schon mal kennenlernen und spielen wollten (auch Zuschauen ist erlaubt).